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Zahlen zum Nachdenken |
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Wenn man mit dem Flugzeug reist, liegt die Wahrscheinlichkeit eines Unfalltodes bei 1 zu 2 Millionen; wenn man dagegen im Krankenhaus liegt, beträgt die Wahrscheinlichkeit einer falschen Behandlung 1 zu 200. Verdoppelt man in einem Krankenhaus die Zahl der Herzchirurgen, steigt die Rate der Bypass-Operationen um das Neunfache an Wird die Bettenzahl auf einer Intensivstation erhöht,dann sinkt der für eine dortige Unterbringung erforderliche Schweregrad der Erkrankung. Die Zahl der Ärzte in West-Deutschland ist von 1960 bis heute von 113.000 auf über 300.000 gestiegen. Trotz aller Fortschritte in der medizinischen Forschung und einer annähernden Verdreifachung konsultierbarer Spezialisten haben alle chronischen Krankheiten ständig zugenommen . Es gibt inzwischen über 300 Studien zum Thema „Hustensaft“; aber die meisten von ihnen beziehen sich nur auf Labortests. Lediglich 15 Studien wurden auch mit erkälteten und hustenden Probanden durchgeführt. Keine einzige dieser klinischen Studien konnte beweisen, dass Hustensaft auch wirklich hilft.
Während in Deutschland einem Drittel aller Frauen im Laufe ihres Lebens die Gebärmutter entfernt wird, liegt die Zahl bei den Ärztinnen selber nur bei ca. 10%. Die prozentual häufigsten Hysterektomien erleiden privatversicherte Frauen. Während in Deutschland die Indikation für eine Hysterektomie im jährlichen Durchschnitt rund 120.000mal als gegeben erachtet wird, halten sie die französischen Frauenärzte bei ihren Patientinnen nur rund 30.000mal jährlich für erforderlich; sie wägen die Nachteile kritischer ab. Eine Untersuchung in der Schweiz hat ergeben, dass weibliche Frauenärzte nur halb so viele Hysterektomien anordneten wie ihre männlichen Kollegen. In Deutschland werden pro Kopf der Bevölkerung 6mal so viele Herzmedikamente verordnet wie in Frankreich oder Großbritannien, obwohl die Briten eine höhere Herz-Kreislauf-Erkrankungsrate aufweisen. Nirgendwo wird soviel evidenzbasierte Medizinforschung betrieben wie in den USA. Aber auch diese hat ihre Probleme: Bei einer hochklassigen, randomisierten, multizentrischen Doppelblindstudie mit 3 Gruppen von terminalen Krebspatienten erhielt die erste Gruppe die übliche Standardtherapie, die zweite Gruppe erhielt die Standard- kombiniert mit einer Interferontherapie, während für die dritte Gruppe (natürlich ohne deren Wissen) nur gebetet wurde. „Gehen Sie regelmäßig zur Krebsvorsorge“ lautet eine allerorten häufig formulierte, leider nur euphemistische Aufforderung. Denn eine Früherkennung ist leider keine Krebsvorsorge, aber 75% der Befragten glaubten, dass die Mammographie das Risiko verringere, an Brustkrebs zu erkranken. Wie wir uns doch mit entsprechender Wortwahl narren lassen! Im September 2006 vermeldete die „Ärztliche Praxis“ einen sprunghaften Anstieg von Allergien bei Kindern. So ist die Zahl der 6-7-jährigen Kinder, die an Heuschnupfen leiden, in 5 Jahren von 12,5% auf über 16% angestiegen und die Zahl der Asthma-Erkrankten von 9,6 auf 12,8%. Asthma ist inzwischen in Deutschland die häufigste chronische Krankheit bei Jugendlichen. Forderung eines auf Allergien spezialisierten Professors dazu: „Die Kinder müssen raus in den Schmutz, um ihr Immunsystem zu trainieren.“ Oder ihr Immunsytem mittels Klassischer Homöopathie verbessern, denn es sind nicht die Pollen, die an der allergischen Rhinitis Schuld sind, sondern ein gestörtes Immunsystem.
Diabetes: Die Zahl der Diabetiker steigt permanent und rapide an. In den letzten 15 Jahren erfolgte ein Anstieg um 54% auf jetzt 6 Millionen Deutsche. |
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