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Was ist Klassische Homöopathie? |
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Die Klassische Homöopathie behandelt keine Diagnosen oder Krankheitsnamen, sondern erkrankte Menschen. Der Unterschied besteht darin, dass die meisten Menschen, die zwar alle unter ein und demselben Krankheitsnamen leiden, individuell aber völlig verschiedene Begleitsymptome und Ursachen aufweisen und daher zu ihrer Genesung auch jeweils ein individuelles Mittel benötigen. Die Klassische Homöopathie ist eine Ganzheitsmedizin, d.h., sie versucht nicht nur, die Krankheit des Patienten zu verstehen, sondern auch den Menschen, der unter dieser Krankheit leidet. So ist es nur die Klassische Homöopathie, welche die Einzigartigkeit jedes Menschen auf die höchstmögliche Stufe stellt, und es ist die Klassische Homöopathie, die mittels nicht-chemischer, sondern aus der Natur gewonnener und potenzierter Arzneimittel dem Patienten bestmöglich zur Genesung verhilft. Die Einzigartigkeit jedes Menschen mit seiner Erkrankung erfordert ein ebenso einzigartiges, individuelles Heilmittel. So gibt es z.B. bei der Behandlung der Migräne in der Homöopathie keine Patentmittel, die man jedem Patienten verabreichen könnte. Wir haben über 700 Einzelmittel, von denen jeder einzelne Patient sein individuelles Heilmittel benötigt, und zwar dasjenige Mittel, das in seiner Arzneimittelcharakteristik den individuellen Symptomen des Patienten am ähnlichsten entspricht („Similia similibus curentur“). Bei der einen Patientin z.B. sitzt das Schmerzzentrum über dem linken Auge, bei einer anderen über dem rechten; bei einer erstreckt sich der Schmerz von der Stirn zum Hinterkopf, bei einer anderen geht er vom Nacken zu den Augen; bei der einen ist der Schmerz drückend, bei der nächsten stechend und bei einer dritten z.B. synchron mit dem Puls; eine muß sich hinlegen, das Zimmer verdunkeln und jeden Lärm meiden, eine andere darf sich überhaupt nicht hinlegen, weil es den Anfall verschlimmern würde; eine kann während des Anfalls gar nichts essen, eine andere hat das Bedürfnis, ständig etwas zu essen, weil dadurch die Schmerzen erträglicher werden; die eine klagt über Sehstörungen vor den Anfällen, eine andere über Erbrechen bei den Anfällen und bei einer dritten kündigt sich das Ende eines Anfalls durch vermehrtes Gähnen an; bei einer können die Anfälle durch starke Gerüche ausgelöst werden, bei einer anderen durch ein Gläschen Wein; die eine bekommt die Anfälle im Zusammenhang mit Zyklus, eine andere immer an Wochenenden usw. |
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Der deutsche Arzt, Apotheker und Chemiker Dr. Samuel Hahnemann(1755 - 1843) hatte durch langjährige Forschungen, exaktes Beobachten und Experimentieren zwei neue Erkenntnisse für die medizinische Therapie gewonnen: 1. Wenn man einem Gesunden regelmäßig toxische Naturstoffe in variablen Dosen gab, erzeugten sie Krankheitserscheinungen mit einem nur für sie typischen Vergiftungsbild. Jeder hat an sich selbst wohl schon eine ähnliche Beobachtung gemacht: Trinkt man zuviel Kaffee, bekommt man Herzrasen und eine schlaflose Nacht; schält man die Zwiebel in geringem Abstand, tränen die Augen; und bei der ersten Zigarette wurde einem sterbensübel usw . Und jede Vergiftung, sei sie durch Arsen oder Strychnin, durch den gefleckten Schierling , die Tollkirsche oder durch einen Schlangenbiß ruft ein ganz bestimmtes, nur ihr eigentümliches Symptomenbild hervor. Hahnemann begann seine Studien mit der Einnahme pulverisierter Chinarinde: "Ich nahm des Versuches halber etliche Tage zweimahl täglich jedesmahl vier Quäntchen gute China ein; die Füse, die Fingerspitzen u.s.w. wurden mir erst kalt, ich ward matt und schläfrig, dann fing mir das Herz an zu klopfen, mein Puls ward hart und geschwind; eine unleidliche Ängstlichkeit, ein Zittern (...), eine Abgeschlagenheit durch alle Glieder (...).“ - kurzum alles Symptome, die einer Malaria-Infektion auffallend gleichen und gegen die wiederum die Chinarinde heilend wirkt. Und so sammelte Hahnemann mit einer Gruppe von Freiwilligen über Jahre hinweg alle Einzelsymptome, die in den verschiedenen Phasen toxischer Dosierungen von Naturstoffen auftraten. 2. In weiteren langjährigen Experimenten stellte er dann fest, dass ein Kranker mit seinen individuellen Symptomen mit dem Naturstoff in seiner homöopathisch aufbereiteten und potenzierten Form heilbar ist, dessen Arzneimittelbild mit dem Symptomenbild des Patienten die größte Ähnlichkeit aufweist. Anders ausgedrückt kann ein Kopfschmerz mit ganz bestimmten Begleiterscheinungen nur von dem Mittel geheilt werden, das bei der Prüfung am Gesunden einen möglichst ähnlichen Kopfschmerz hervorgerufen hat. Dieses Therapieprinzip lautet: Similia similibus curentur = Ähnliches wird mit Ähnlichem geheilt. Die Aufgabe des homöopathischen Therapeuten besteht nun darin, für seinen Patienten dessen ähnlichstes Arzneimittel herauszufinden. Dafür benötigt er eine genaue und oft bis ins kleinste Detail gehende Schilderung aller Symptome und Zeichen des Patienten; dieser Aufwand erfordert oftmals mehrere Stunden, wobei auch die Krankheiten früherer Zeiten, ja auch der Eltern und Großeltern nicht außer acht gelassen werden können, weil diese erbliche Belastungen immer wieder den Ausbruch bestimmter Krankheiten begünstigen. Mittels dieser umfangreichen Fallaufnahme kann sich der Homöopath einen detaillierten Überblick über alle eigentümlichen bis krankhaften Vorgänge im Leben des Patienten machen. Dieser Aufwand ist meist nur einmalig so umfangreich, denn bei allen etwaigen späteren Erkrankungen im Laufe des Lebens des Patienten kann der Homöopath auf diesen ersten Informationen aufbauen. Der Patient wird gebeten, diese Arbeit des Homöopathen bestmöglich zu unterstützen, auch wenn ihm seine eigenen Symptome als merkwürdig oder gar peinlich vorkommen. Die gewissenhafte Mitarbeit des Patienten spielt eine entscheidende Rolle für eine erfolgreiche homöopathische Behandlung. Hahnemann fand in seinen jahrzehntelangen Forschungen heraus, dass die „Symptome und Zeichen“ des Patienten gar nicht die Krankheit selber sind, sondern nur ihr nach außen hin sichtbarer Ausdruck. In Wirklichkeit ist eine tief im Inneren des Menschen wirkende Kraft, eine Kraft, die Hahnemann die „Lebenskraft“ nannte, aus der Balance geraten, wodurch der Mensch dann krank geworden ist. Anders ausgedrückt: Der Patient ist nicht krank, weil er z. B. ein Magengeschwür hat, sondern: Weil er krank ist, hat er ein Magengeschwür bekommen. Diese Lebenskraft ist nicht materiell, sie ist „dynamisch, energetisch, geistartig zu verstehen“ - (wie auch der elektrische Strom eine Wirk-Kraft besitzt, ohne materiell zu sein). Diese immaterielle Kraft gibt dem materiellen Teil unseres Organismus überhaupt erst das Leben (und verschwindet beim Tod wieder); sie erhält und steuert alle Lebensvorgänge und sagt gewissermaßen allen Bausteinen unseres Organismus, welche Aufgaben sie zu erfüllen und welche sie zu unterlassen haben. Ein exzellentes kleines Buch, verfaßt von Georges Vithoulkas, der für seine Erfolge in der Homöopathie mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet wurde, vermittelt eine hervorragende Information über die Grundlagen der Klassischen Homöopathie; der Titel lautet: „Medizin der Zukunft“; es ist für weniger als 10€ über jede Buchhandlung erhältlich. |
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Das größte Denkmal außerhalb Deutschlands zu Ehren von Samuel Hahnemann steht in Washington in der Nähe des Weißen Hauses. Es gehört zu den wenigen Denkmälern, die in den Vereinigten Staaten zu Ehren eines Deutschen errichtet wurden. Dieses Denkmal wurde unter der Ägide des damaligen amerikanischen Präsidenten wegen der enormen Erfolge der Homöopathie im Jahre 1900 eingeweiht. Zu diesem Zeitpunkt gab es in den USA über 9000 homöopathische Ärzte und über 16000 eigene Krankenhausbetten. Mit der Entdeckung des Penizillins und den anfänglichen Erfolgen bei der Bekämpfung von Infektionskrankheiten ging diese Blütezeit der Homöopathie zu Ende. Mit der ununterbrochenen Zunahme an chronischen Krankheiten in den letzten 50 Jahren hat die Nachfrage der Bevölkerung nach dieser sanften und chemiefreien Alternativmedizin wieder mehr und mehr zugenommen. N. B.: Einen guten Überblick über die weltweite Geschichte der Homöopathie findet man unter: www.erfahrungskunde.ch/homoeopathie4.html |
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